Das Goldene Buch der Stadt Eisenach

Das Goldene Buch der Stadt Eisenach ist in Wirklichkeit braun, denn es hat einen dicken Ledereinband. In dieses Ehrenbuch dürfen sich hohe Gäste der Stadt ebenso eintragen wie verdiente Bürger. Die Eintragung erfolgt in feierlichem Rahmen.

Im Lauf der Jahrzehnte - das Buch wurde 1953 eingeführt - haben sich zahlreiche prominente Persönlickheiten eingetragen. Der berühmteste dürfte wohl US-Präsident Bill Clinton sein, der 1998 Eisenach besuchte. So ist das Buch mittlerweile ein interessantes Stück Zeitgeschichte geworden.

 

Ausgewählte Einträge im Goldenen Buch

Eintrag von Bill Clinton
Eintrag von Richard von Weizssäcker und Francois Mitterand

9.8.1956: Besatzung des Trawlers "Eisenach"

Oktober 1958: Handballmannschaft BSG Motor Eisenach (Gewinner der DDR-Meisterschaft

       im Großfeldhandball)

22.12.1959: D. Martin Niemöller

1962: William Aldermann, Oberbürgermeister von Coventry

12.5.1965: Limoschkin (1945 Stadtkommandant in Eisenach)

5.10.1990: Bundeskanzler Helmut Kohl

16.10.1990: Ursula Lehr, Bundesministerin für Jugend, Sport, Familie

9.11.1990: Oskar Lafontaine, Ministerpräsident des Saarlandes

20.9.1991: Francois Mitterand, Staatspräsident der Republik Frankreich

20.9.1991: Richard von Weizsäcker, Bundespräsident

24.9.1992: Irmgard Schwaetzer, Bundes-Bauministerin

24.9.1992: Otto Graf Lambsdorff, Bundesvorsitzender der FDP

2.11.1992, Roland Dumas (Außenminister Frankreich), Krzystof Skubiszewski (Außenminister Polen),

      Hans-Dietrich Genscher Außenminister a.D.

8.3.1994: Anke Baier, Gewinnerin der Silbermedaille im 1000 m Eisschnellauf, Lillehammer 1994

30.8.1994: Dr. Jury Kalmykow, Justizminister der Russischen Föderation

7.11.1994: John Shalikashvili, Generalstabschef der Streitkräfte der USA

28.8.1995: Jacques Lanxade, Generalstabschef der französischen Streitkräfte

September 1995: Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland

3.10.1995: Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident Thüringens

13. September 1996: Yolanda King (Witwe von Martin Luther King), Hannelore Elsner (Schauspielerin),

        Max Roach (Jazzmusiker)

Oktober 1996: Dr. Günther Rexrodt (Bundes-Wirtschaftsminister) und David J. Herman

       (Vorstandsvorsitzender Opel AG.)

2.5.1997: Tschingis Aitmatow, Schriftsteller, Kirgisien

27.5.1997: Roman Herzog, Bundespräsident

14.5.1998: Bill Clinton, Präsident der USA

16.4.1999: Prof. em.Dr. theol. Dr. jur h.c. Hans Küng (Theologe)

19.6.2005: Hazy Osterwald, Musiker

10.5.2006: Dr. Algirdas Brazauskas, Ministerpräsident Litauen

29.9.2006: Gerhard Schröder, Bundeskanzler a.D.

15.8.2006: Dr. Kurt Beck, Vorsitzender der SPD

2.10.2007: Horst Köhler, Bundespräsident

25.10.2008:Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, Präsident des EU-Parlaments

4.5.2009: Frank-Walter Steinmaier, Bundesaußenminister

13.7.2009: Wolfgang Tiefensee, Bundes-Bauminister

Das Gästebuch von 1933

Es entsprach dem Repräsentationsbedürfnis der städtischen Machthaber nach 1933, dass sie sich noch im gleichen Jahr ein neues Gästebuch zulegten, in dem sich künftig bedeutende Stadtbesucher verewigen sollten.
Achthundert Seiten aus echtem Büttenpapier standen dafür zwischen den schweinsledernen Einbänden zur Verfügung. Krönung jedoch war der in Bronze gearbeitete und handgeschmiedete Einband nach Entwürfen des Eisenacher Kunstschmieds Gustav Laufer. Die Mitte des Einbandes ziert eine Darstellung des Eisenacher Schutzheiligen St. Georg, der rechts und links vom Symbol der Zeit, dem Hakenkreuz, eingefasst ist. In den oberen Ecken sind das Reichswappen und das damals gültige „Thüringen-Wappen“, in den unteren Ecken die Wappen des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und des thüringischen Landgrafenhauses zu sehen.

Der schmiedeeiserne Einband lässt das Gästebuch zur schwersten Archivale des Stadtarchivs werden. Dokumentieren die vorgesehenen 800 Seiten den Anspruch des „Tausendjährigen Reiches“, so zeigt die Anzahl der tatsächlich beschriebenen 21 Blatt die zwölfjährige Realität.
Der Reichsstatthalter für Thüringen, Fritz Sauckel, war der erste, der sich eintrug und das Buch mit den Worten eröffnete „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Markig der letzte Eintrag eines Ritterkreuzträgers am 1. Februar 1945, der der Soldatenstadt Eisenach alles Gute wünschte, und der noch immer predigte „Vorwärts, nur vorwärts, egal wohin, nur vorwärts.“
Acht Tage später holte der Krieg auch das Gästebuch ein, das durch einen Granatsplitter beschädigt wurde. Die Schäden sind trotz der Restaurierung 1996 noch heute zu sehen.

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