Predigerkirche - Rundgang

Das Gebäude

Mit dem Bau der Predigerkirche zu Ehren der 1231 in Marburg gestorbenen und bereits 1235 heiliggesprochenen Landgräfin Elisabeth von Thüringen und Johannes des Täufers wurde bald nach 1235 begonnen. Als Zeitpunkt der Weihe anlässlich der Fertigstellung des Chores kann das Jahr 1240 angenommen werden. Im spätromanischen Stil begonnen und im gotischen Stil vollendet, ohne Querhaus, mit nur einem Seitenschiff im Norden, durch welches der Haupteingang führte, befindet sich im Osten die dreischiffige und gewölbte Unterkirche (Krypta) und über ihr der hohe Chor. Die romanischen Säulenbasen sind zum größten Teil erhalten, Relikte des hohen Chores sind gotische Bodennischen des sogenannten Celebrantensitzes. Wesentliche Eingriffe in die historische Bausubstanz der Klosteranlage sind im 16., 17. und 19. Jahrhundert erfolgt.

Die Ausstellung
Die Werke der Schnitzkunst und Tafelmalerei sind interessante Beispiele des künstlerischen Schaffens im mittelalterlichen Thüringen. Die Bildwerke dokumentieren bedeutende Werkstätten aus Erfurt, Saalfeld, Jena, und über die Landesgrenzen hinaus. Hervorragende Kunstwerke stehen neben Beispielen der Volksfrömmigkeit. Neben anonymen Meistern wirkten hier auch bedeutende Schüler Tilman Riemenschneiders wie Hans Gottwalt von Lohr und Valentin Lendenstreich. Die Thüringer Kunst des Mittelalters zeichnet sich durch Themenbreite, Gefühlstiefe, interessante Stilzusammenhänge und durch die technischen Fertigkeiten ihrer Werkstätten aus.

Durch Thüringen, das Gebiet zwischen Saale, Elster, Werra und dem Harz, führten seit alters her wichtige West-Ost- und Süd-Nord-Verbindungen, an denen die bedeutendsten Städte, Burgen und Klöster lagen. In ihrem Umkreis entwickelten sich Werkstätten, die entweder lokale Traditionen pflegten oder über Wanderung der Bildschnitzer- und Malergesellen aus anderen Regionen beeinflußt wurden. Die zahlreichen Kruzifixe, Altäre, Vesperbilder, Heiligenfiguren und Marienstatuen sind wertvolle Zeugnisse der mittelalterlichen Kunst in dieser Landschaft.

Die Kunst

Die Kunst des Mittelalters war nahezu ausschließlich glaubensgebunden. Sie diente der Mahnung des Menschen oder der Verherrlichung Gottes und seiner Heiligen. Die zahlreichen Heiligenreihen vor Goldgrund, die schönen Madonnen und die zum stillen Gespräch versammelten Mitglieder der Heiligen Sippe geben einen Einblick in die Paradiesvorstellungen der Menschen des hohen und späten Mittelalters. Harmonie und Schönheit, Stille, Frieden und Frömmigkeit begegnen deshalb in vielen Kunstwerken. Sie drücken die Hoffnung der Menschen und ihre Sehnsucht nach Erlösung im Paradies aus.

Die Sehnsüchte hatten ihren Grund in der täglichen Erfahrung der Menschen, die häufig Elend und Hungersnöte, Krankheiten und frühen Tod, Kriege und Pestepidemien erleben mußten. Die gerade in Thüringen verbreiteten Großkruzifixe, die Vesperbilder, die in einem engen Zusammenhang mit der in Thüringen lebendigen Mystik standen, und die Märtyrerdarstellungen sind Ausdruck der eigenen menschlichen Daseinserfahrungen und der frommen Bemühungen, sich Christus oder Maria zu verähnlichen. Die vielen Heiligen waren Patrone von Kirchen, Berufen, Namen und wurden in zahlreichen Nöten des Alltags angerufen. So vermitteln die Inhalte und Formen der Kunstwerke einen Eindruck von den Bedürfnissen der Auftraggeber und Gläubigen.


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