„Face to face – Martin Luther und Martin Luther King“

Der Seemann - Jost Heyder 2015 - Acryl auf Leinwand - 120 x 100 cm

Die Stadt Eisenach präsentiert im Jahr 2016 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Face to face – Martin Luther und Martin Luther King“. Sie wird am 11. Juni im Stadtschloss des Thüringer Museums Eisenach eröffnet und dort bis zum 17. September zu sehen sein. Die Exposition ermöglicht mit Bildern, Fotografien und Skulpturen außergewöhnliche Blicke auf die zwei Reformatoren. Sie entstand in Kooperation mit dem Martin Luther King-Zentrum Werdau.

Martin Luther und Martin Luther King Jr. gehören in der westlichen Welt zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten, man hält sie für „seelenverwandt“. Beide dienen den Nachgeborenen als Projektionsfläche ihrer je eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten. In ihnen glauben noch immer viele Menschen sich wiederzuerkennen – sei es als gläubige Protestanten oder Baptisten, gehorsame Untertanen oder zivilen Ungehorsam Ausübende, freiheitsliebende Geister und gute Staatsbürger.

 

Die Gegenüberstellung von Martin Luther und Martin Luther King im Zeitraum von drei Jahrhunderten (19. – 21. Jahrhundert) - umgesetzt in Bildern, Fotografien und Skulpturen - ist Absicht dieser Ausstellung. Vordergründig soll es dabei um Bildhaftigkeit dieser beiden herausragenden Figuren der Geschichte gehen.

Der Spannungsbogen reicht vom nahezu vergessenen Lutherbildnis einer mitteldeutschen Dorfkirche bis zur fotografischen Auseinandersetzung mit dem Martin Luther King–Park in Paris. Der namhafte Designer Günther Kieser wird für die Ausstellung eigens ein Plakat kreieren, darüber hinaus werden unter anderem Werke bekannter Maler wie Johannes Heisig, Jost Heyder, Hubertus Giebe und Ruth Tesmar zu sehen sein. Aber auch junge Künstler wie Julia Kneise und Veit Goßler werden sich mit dem Thema auseinandersetzen.

 

Die Sonderausstellung „Face to face – Martin Luther und Martin Luther King“ wird vom
11. Juni bis 17. September 2016 im Stadtschloss des Thüringer Museums Eisenach gezeigt. Das Museum hat mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Fotoausstellung: „Geweiht – Geduldet – Gesammelt. Mittelalterliche Schnitzkunst aus Thüringer Kirchen“

Im Thüringer Museum zeigt die Stadt Eisenach in diesem Jahr eine besondere Fotoausstellung. Sie ist überschrieben: „Geweiht – Geduldet – Gesammelt. Mittelalterliche Schnitzkunst aus Thüringer Kirchen - Eine fotografische Annäherung“. Präsentiert wird die Sonderausstellung vom 13. November 2016 bis zum 9. Juni 2017 im Stadtschloss am Markt. Eisenach beginnt damit den 13. November

Die Exposition ist ein fotokünstlerisches und kulturwissenschaftliches Projekt zweier Eisenacher Künstler – des Fotografen Ulrich Kneise und der Volkskundlerin Dr. Juliane Stückrad. Ihr Ziel ist es, die Kunstwerke der mittelalterlichen Schnitzplastik einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Zudem wollen sie den wertvollen Bestand der Eisenacher Sammlung auch im Kontext mit Werken darstellen, die sich thüringenweit in Kirchen und Museen befinden. Die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum bieten eine hervorragende Chance, dieses historische Erbe in moderner Form neu zu betrachten, vorzustellen und für dessen Pflege zu werben.

Ausgangspunkt der Fotografien in der Sonderausstellung sind ausgesuchte Objekte aus dem Bestand der Sammlung Mittelalterliche Schnitzkunst des Thüringer Museums. Die großformatigen Fotografien lenken den Blick des Betrachters auf Details, die an den Originalen leicht übersehen werden könnten. Gleichzeitig soll damit die Neugier auf die Fremdheit, Sinnlichkeit und Schönheit der mittelalterlichen Kunst geweckt werden.

Mehrere Schnitzplastiken der Eisenacher Sammlung sind Ulrich Kneise bereits vertraut, da er sie nach musealen Vorgaben fotografierte. Nun will er die Zwänge der bisherigen Abbildungsweise abstreifen und eine eigene Interpretation anbieten. Er möchte so die den Figuren innewohnende Ausstrahlung für den Betrachter von heute erlebbar machen.

Über diese fotografische Betrachtung hinaus erklärt die Volkskundlerin Dr. Juliane Stückrad die Figuren im jeweiligen historischen Kontext. Diese fotobegleitenden Texte verknüpfen kunsthistorische, volkskundliche und theologische Betrachtungsweisen und lassen den Geist der Reformation und dessen Wirken in die Zukunft verständlicher werden.
Begleitend zur Ausstellung gibt es eine Buchpublikation. 

Noch immer besteht die verbreitete Meinung, dass die Protestanten im Zuge der Reformation Bildwerke aus den Kirchen entfernten oder gänzlich zerstörten. Andererseits sind jedoch in den evangelisch-lutherischen Kirchen mittelalterliche Kunstwerke in großer Zahl erhalten geblieben. Bekannt ist, dass Martin Luther zwar die Anbetung der Heiligen ablehnte, nicht aber grundlegend ihre bildliche Darstellung. Diese half, die biblische Geschichte sowie Glaubensinhalte den damals weitgehend leseunkundigen Bürgern zu vermitteln. Heute helfen uns die Bildwerke, die damalige Glaubenspraxis zu verstehen. Sie vermitteln uns ein Bild vom Alltag der vorreformatorischen Zeit, denn viele Details übernahmen die Bildschnitzer aus dem Lebensalltag der Menschen.

Waren die Bildwerke ursprünglich liturgische Gegenstände, wurden sie im 19. und 20. Jahrhundert zur sakralen Kunst erklärt. Die Sammlung Mittelalterliche Schnitzkunst und deren Präsentation im Thüringer Museum in Eisenach unterstreichen diesen Anspruch zusätzlich. Das Museum verfügt über einen umfangreichen Schatz dieser Art. Die Eisenacher Sammlung gründet  auf einer Idee des Weimarer Ministers Johann Wolfgang von Goethe.

Die Fotoausstellung : „Geweiht – Geduldet – Gesammelt. Mittelalterliche Schnitzkunst aus Thüringer Kirchen - Eine fotografische Annäherung“ wird vom 13. November 2016 bis zum 9. Juni 2017 im Stadtschloss des Thüringer Museums Eisenach gezeigt. Das Museum hat mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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