Es steht auf festem Grunde – Sonderausstellung zum 75. Wartburgfest des Wingolfs

Vom 10. Mai bis zum 5. Juli bekommen die Besucher des Stadtschlosses einen Einblick in die bewegte Geschichte des Wartburgfestes des Wingolfs, der als ältester Zusammenschluss von öku-menisch-christlichen, nicht-schlagenden Studentenverbindungen untrennbar mit der Wartburg und der Stadt Eisenach verbunden ist. Hier legten engagierte Theologie-Studenten 1850 in deutlicher Abgren-zung zur urburschenschaftlichen Bewegung den Grundstein für den Wingolfsbund und begründeten die Tradition des wingolfitischen Wartburgfestes, das seither alle zwei Jahre am historischen Ort aus-gerichtet wird. Im Mai feiert der Wingolf das Fest zum 75. Mal, nach den Jahren der deutschen Teilung seit 1991 wieder ununterbrochen in Eisenach.
Die Ausstellung nimmt auch Bezug auf das historische Wartburgfest von 1817, bei dem Studenten aus allen deutschen Staaten auf der Wartburg zusammengekommen waren, um das 300jährige Jubiläum der Reformation im Sinne ihrer Forderung für einen einheitlichen deutschen Nationalstaat umzudeu-ten. Von dieser Politisierung der lutherischen Botschaft distanzierten sich die Gründer des Wingolfs durch die Etablierung ihres eigenen Festes deutlich. Stattdessen stellten sie das ernsthafte Streben nach christlicher Lebenshaltung in den Mittelpunkt ihres Verbindungslebens. Eine Manifestation dieser Prämisse wurde der an ein Paulus-Wort angelehnte Wahlspruch „Durch einen – Jesus Christus – alles!“ aus dem neutestamentlichen Philipperbrief, der den Wingolfiten als gemeinsames Prinzip dient.
Die Ausstellung thematisiert nicht nur den historischen Bezug sowie die Veränderungen, denen das Fest von 1850 bis heute ausgesetzt war, sondern auch die einzelnen Programmpunkte des Festab-laufes selbst, wie etwa die so genannte „Ernste Feier“. Diese ganz eigene Form der ökumenischen Andacht, die bis heute von den einzelnen Mitgliedern in ihren Verbindungen vor Ort praktiziert wird und alle zwei Jahre bei der Feier in der Georgenkirche ihren liturgischen Höhepunkt findet, machte es auch in Zeiten noch nicht sehr weit fortgeschrittener Ökumene möglich, Katholiken und Protestanten zu einer gemeinsamen Feier des Gottesdienstes zu versammeln.
Über das Thema Wartburgfest hinaus erfährt der Besucher auch etwas über das Studentenleben an sich sowie die damit verbundene Kultur. Unterschiedliche Exponate geben visuelle, aber auch akusti-sche Eindrücke von studentischem Brauchtum und Liedgut sowie studentischer Kleidung und Spra-che, welche sich bis heute erhalten und teilweise sogar Einfluss auf die Alltagskultur genommen ha-ben.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht immer wieder die Wartburg, die damals wie heute für viele Win-golfiten einen Bezugspunkt innerhalb des Verbindungslebens darstellt. Besonders als Wirkungsstätte Luthers versinnbildlicht sie einen herausragenden Ort für die Geschichte des Christentums, der aus diesem Grund auch im Bundeslied des Wingolfs besungen wird. Entstanden in starker Anlehnung an Luthers populäres Kirchenlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist dieses Lied mit dem Titel „Es steht auf festem Grunde“ namensgebend für die Ausstellung geworden.

Tristan und Mathilde - einmalige Einblicke in die Wagner-Sammlung

„Tristan und Mathilde: Inspiration-Werk-Rezeption“ – so heißt die neue Sonderausstellung im Thüringer Museum (Stadtschloss). Sie ist noch bid Ende Januar 2015 zu sehen. Thematischer Kern ist das Wagner‘sche Musikdrama „Tristan und Isolde“ sowie seine Aufführungs- und Entstehungsgeschichte. Damit eng verbunden ist die Wagnermuse Mathilde Wesendonck. Anknüpfend an die „Wagneriana in Eisenach 2013“ präsentiert die Sonderausstellung ausgewählte Quellen aus der Eisenacher Richard-Wagner-Sammlung.

Exponate zum mittelalterlichen Tristan-Epos finden als literarische Vorbilder ebenso Berücksichtigung wie die Gedankenwelt des damaligen Wagner’schen „Haus- und Hofphilosophen“ Arthur Schopenhauer. Darüber hinaus widmet sich ein Themenkreis der Ausstellung den Inspirationsorten Zürich, Luzern und insbesondere der Morbidezza der Lagunenstadt Venedig. Anhand von mehreren Inszenierungsfotografien, Figurinen, Theaterzetteln, Plakaten, Sängerportraits und Zeitungsausschnitten werden Einblicke in die vielschichtige Rezeptionsgeschichte des Werkes geboten.

  

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