Wingolf-Denkmal

Am südlichen Ende des Eisenacher Pfarrberges überwindet eine imposante Treppenanlage die letzten Höhenmeter bis zur Domstraße. Geprägt wird das zweiseitige Treppen-Halbrund durch das Wingolf-Denkmal. Der Wingolfbund ist ein Dachverband christlicher Studentenverbindungen, der in ganz Deutschland Mitglieder hat. Seit 1850 treffen sich die Wingolfiten regelmäßig zu ihren Tagungen am Fuß der Wartburg.

Ende des 19. Jahrhunderts erwuchs aus dieser Tradition der Wunsch, den Gefallenen des Bundes aus dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 ein Denkmal in Eisenach zu setzen. Nur ein halbes Jahr dauerte die Umsetzung des Planes. Am 25. Mai 1899 erfolgte die Enthüllung des Monumentes. An der Stelle, wo sich die Treppe in zwei Aufgänge teilt, erhob sich fortan eine halbrunde Natursteinmauer. Sie wurde geziert vom Relief eines überlebensgroßen geflügelten Genius (später auch Engel genannt), der in seiner Rechten einen Palmenwedel, in seiner Linken einen Eichenzweig hielt. Die Figur beugte sich über einen Schild, der das Wappen des Wingolfs trug. Darunter fand sich die Inschrift: „Den 1870/71 gefallenen Brüdern, den Streitern für Deutschlands Einheit und Größe. Der Wingolfbund“. Geschaffen hatte das Denkmal, welches in der Württemberger Metallwarenfabrik in Geisslingen gegossen wurde, der Berliner Bildhauer Friedrich Pfannschmidt.

Seit 1927 diskutierte man in den Reihen des Wingolfs den Plan, ein weiteres Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zu errichten, welches ebenfalls in Eisenach stehen sollte. Als Standorte zog man zunächst den Lutherplatz, später die Nordseite der Georgenkirche in Erwägung. Schließlich entschied man sich, nicht zuletzt, weil das „alte Wingolfdenkmal“ inzwischen marode geworden war, es durch ein neues zu ersetzen, das den Toten von 1870/71 und 1914/18 gewidmet sein sollte.

Die Einweihung des umgestalteten Monumentes erfolgte am 20. Mai 1932. Die Treppen hatte man verbreitert; unzeitgemäße romantische Aufbauten, wie die Zinnen auf der halbrunden Mauer, wurden beseitigt. Den „Genius“ ersetzte man durch ein schlichtes Kreuz auf wuchtiger Steinplatte mit dem Text: „Seinen Toten 1870-1871/1914-1918. Der Wingolf.“ (Die Zahlen 1939-1945 wurden 1991 ergänzt). Der Gestaltung lag ein Entwurf des Bildhauers Brüllmann und des Baurates Werner – beide aus Stuttgart - zu Grunde.
Der bronzene „Genius“ wurde bis 1940 noch in der mittleren Toreinfahrt zum Stadtschloß am Markt präsentiert, ehe er der „Reichsmetallspende“ zum Opfer fiel.

2003 wurde das Denkmal mit der Treppenanlage umfassend saniert. Dafür brachte der Wingolfbund erine ganz erhebliche Summe als Spende auf - erst dank diese Engagements war es überhaupt möglich, das Denkmal un den Treppenaufgang zu sanieren.

Heute trifft sich der Wingolf wieder alle zwei Jahre zu seiner Bundesversammlung in Eisenach

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